Heemsen und Umgebung

Heemsen ist ein kleiner Ort im Landkreis Nienburg/Weser im Bundesland Niedersachsen. Die äußerst reizvolle Lage wird wesentlich mitbestimmt von den beiden nahe gelegenen Naturparks Steinhuder Meer und Wildeshauser Geest. Mit knapp 1.800 Einwohnern ist Heemsen eine dörfliche Gemeinde, die zur Samtgemeinde Heemsen gehört und aus vier Ortsteilen besteht.

Die Geschichte der Gemeinde Heemsen
Die erste urkundliche Erwähnung der Gemeinde Heemsen stammt aus dem Jahr 1096 n. Chr. Vermutlich aber reicht die Geschichte des Dorfes viel weiter zurück. Anzeichen dafür bietet eine alte Wallanlage, die zur in der Nähe befindlichen Brunsburg gehört. Inzwischen haben zahlreiche archäologische Untersuchungen gezeigt, dass diese Burganlage schon im 9. Jahrhundert bewohnt gewesen ist. Sie liegt in sumpfreicher Umgebung an der Straße nach Steimbke und zählt heute zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Heemsen. Einer der bekanntesten Bürger von Heemsen war der preußische General Gerhard von Scharnhorst. Er verbrachte einige Jugendjahre in diesem niedersächsischen Dorf, kämpfte an der Seite von General Blücher und war 1807 maßgeblich an der preußischen Militärreform beteiligt.

Die Sehenswürdigkeiten von Heemsen
Die Brunsburg liegt östlich von Heemsen, in einem Waldstück, das Sündern genannt wird. Die aus dem 9. Jahrhundert stammende Anlage bestand aus einer Vor- und einer Hauptburg. Teile der Wallanlage und der Hauptburg sind inzwischen ausgegraben worden. Grabungen an der Vorburg wurden bisher nicht vorgenommen. Für die Touristen sind zahlreiche Hinweistafeln aufgestellt und ein Spaziergang durch den Sündern bis hin zur Wallanlage der Brunsburg ist eine ausgesprochen erholsame Erfahrung.

In Drakenburg, einem Ortsteil der Samtgemeinde Heemsen, befindet sich die Ole Schüne, ein Heimatmuseum, dass sich zu einem touristischen Anziehungspunkt entwickelt hat. Zusätzlich zu den Ausstellungsstücken aus der ländlichen Umgebung finden hier regelmäßig wechselnde Ausstellungen statt. Von Brautpaaren wird die Ole Schüne gern für die Zeremonie der standesamtlichen Trauung gewählt.

Ebenfalls im Ortsteil Drakenburg gelegen ist die Kirche St.-Johannes-der-Täufer. Viele Adelsgeschlechter haben hier ihre Verstorbenen bestattet. Während des 30jährigen Krieges wurde die Kirche schwer beschädigt und auch viele Kirchenbücher fielen den Flammen zum Opfer.

An einem Badesee in der Nähe des Ortsteiles Anderten liegen das Rittergut und der Campingplatz Hämelsee. Dieser Ort ist besonders bei Familien als Ausflugsziel beliebt, weil ein Sandstrand zum Baden einlädt und der nahe gelegene Wald viele idyllische Spazierwege bietet.

Wer unterwegs zum Hämelsee ist, sollte Station beim Alten Trafohäuschen machen. Dieses im Jahr 1926 in Anderten erbaute Gebäude ist begehbar und bietet einen schönen Ausblick auf die umliegende Landschaft. Außen am Gebäude ist eine Informationstafel angebracht, die den Besucher über die Entstehung der Stromversorgung auf dem Land informiert. Im Inneren sind Ausstellungen geplant, die das Trafohäuschen bestimmt zu einem touristischen Anziehungspunkt machen werden.

Heemsen beherbergte im 2. Weltkrieg ein Lager für russische Kriegsgefangene. Ein Mahnmal erinnert noch heute an den „Russenfriedhof“, der sich nahe der Alten Mühle befindet. Insgesamt 746 russische Kriegsgefangene wurden hier beigesetzt.

Neben drei Campingplätzen bietet Heemsen dem Touristen Unterbringungsmöglichkeiten in Privatpensionen, Gasthöfen oder Ferienwohnungen. Gasthöfe, Cafés und Imbissbetriebe sorgen hier ständig für das leibliche Wohlergehen der Besucher der Dorfgemeinde.

Fazit: Wer ein paar geruhsame Tage in angenehmer Umgebung verbringen möchte, wird sich in Heemsen ausgesprochen wohl fühlen.